Migräne

Wir klären ab, welche Form von Kopfschmerz Sie haben — und was dagegen möglich ist

Behandlungsraum der Praxis mit Untersuchungsliege und Geräten
Mit KI erstelltes Bild

Wenn Kopfschmerzen häufiger werden, hilft kein weiteres Schmerzmittel weiter, sondern erst einmal eine Einordnung: Welche Art von Kopfschmerz ist das, wie oft tritt er auf, und was hält ihn aufrecht. Ich bin Fachärztin für Neurologie und nehme mir diese Einordnung als Erstes vor.

Was beim ersten Termin passiert

Am Anfang steht das Gespräch: seit wann die Beschwerden bestehen, wie sich der Schmerz anfühlt, was ihn auslöst, wie oft Sie zu Schmerzmitteln greifen. Diese letzte Frage ist wichtiger, als sie klingt — wer an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel nimmt, kann dadurch einen eigenen Dauerkopfschmerz entwickeln. Dann ist das Absetzen der erste Schritt und keine zusätzliche Behandlung.

Danach folgt die neurologische Untersuchung. Wo es sinnvoll ist, kläre ich mit den Geräten in der Praxis weiter ab: mit dem EEG die Hirnströme, mit Doppler- und Duplexsonographie die hirnversorgenden Gefäße. Beides tut nicht weh und findet hier im Haus statt, nicht an einer zweiten Adresse.

Was Sie mitbringen sollten: Ihren Medikamentenplan, frühere Befunde und — wenn Sie eines führen — Ihren Kopfschmerzkalender. Wenn nicht, bekommen Sie einen; er ist für die Einordnung wertvoller als jede Momentaufnahme im Sprechzimmer.

Migräne oder Spannungskopfschmerz?

Beides wird oft in einen Topf geworfen, gehört aber getrennt betrachtet, weil sich die Behandlung unterscheidet.

Für Migräne spricht: der Schmerz ist meist einseitig, klopfend oder pulsierend, er verstärkt sich bei Bewegung, und es kommt mindestens eines dazu — Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Ein Spannungskopfschmerz liegt eher wie ein Band um den Kopf, ist beidseitig, drückend statt pulsierend, und wird durch Bewegung nicht schlimmer.

Von chronischer Migräne spricht man, wenn Sie seit mindestens drei Monaten an wenigstens 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen haben und an mindestens acht davon sicher Migräne. Diese Unterscheidung entscheidet später darüber, welche Behandlungen überhaupt in Frage kommen.

Was vorbeugend möglich ist

Bei häufigen Attacken geht es nicht darum, den einzelnen Anfall besser zu behandeln, sondern die Anfälle seltener zu machen. Dafür gibt es mehrere Wege, und welcher zu Ihnen passt, hängt von der Form, der Häufigkeit und Ihren Vorerkrankungen ab. Dazu gehören vorbeugende Medikamente, das Erkennen und Verändern von Auslösern und ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus.

Zusätzlich biete ich medizinische Hypnose und Ohrakupunktur an. Ich setze beides unter anderem bei Migräne, Schmerzen, Tinnitus, Schwindel, innerer Unruhe und Schlafstörungen ein — als Ergänzung, nicht als Ersatz für eine notwendige medizinische Behandlung.

Botulinum bei chronischer Migräne — und wann nicht

Botulinumtoxin ist in Deutschland seit 2011 zur Vorbeugung bei chronischer Migräne zugelassen. Ich halte mich bei der Frage, für wen das in Betracht kommt, an die anerkannten Voraussetzungen — und die sind eng:

  • Es handelt sich gesichert um eine chronische Migräne.
  • Vorbeugende Medikamente haben nicht ausreichend gewirkt oder werden nicht vertragen.
  • Ein durch Schmerzmittel verursachter Kopfschmerz ist ausgeschlossen.

Was Sie realistisch erwarten dürfen: In den Studien verhinderte die Behandlung im besten Fall zwei bis drei Kopfschmerztage im Monat. Das ist für jemanden mit fünfzehn oder mehr solcher Tage spürbar — aber es ist kein Verschwinden der Migräne, und ich stelle es Ihnen auch nicht so dar. Bei gelegentlicher (episodischer) Migräne und bei Spannungskopfschmerzen ist eine Wirkung dagegen nicht belegt; dort rate ich davon ab.

Gespritzt wird an mehr als dreißig Stellen im Kopf- und Nackenbereich, die Sitzung dauert wenige Minuten, und wiederholt wird sie frühestens nach zwölf Wochen. Dass ich Neurologin bin, ist hier keine Nebensache: Die Anwendung bei chronischer Migräne gehört in die Hände einer Ärztin, die damit Erfahrung hat.

Zur Kostenfrage: Bei gesicherter chronischer Migräne und erfüllten Voraussetzungen ist es eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, die allerdings vorher genehmigt werden muss. In allen anderen Fällen ist es eine Selbstzahlerleistung. Was für Sie gilt, klären wir vor der Behandlung und nicht danach.

Wie Sie einen Termin bekommen

Rufen Sie uns an unter 0251 / 9811050 oder nutzen Sie die Online-Rezeption unten rechts auf dieser Seite. Eine Überweisung Ihrer Hausärztin oder Ihres Hausarztes ist willkommen, aber keine Voraussetzung. Bringen Sie zum ersten Termin bitte Ihren Medikamentenplan und vorhandene Befunde mit.

Behandlungsdauer

ca. 15–30 Min.

Wirkungs-eintritt

1–2 Wochen, Maximum nach 4–6 Wochen

Wieder-holung

frühestens nach 12 Wochen

Ausfallzeit

keine; 24 Std. keine Sauna, kein Sport